Assonanz - Foto: Peter Schmidt„Assonanz“ - eine vokalische Reise durch´s TV-Programm
Lohndorf. Wenn sich vier junge Männer durchs TV-Programm zappen, sich von Werbespots berieseln lassen und sich mehr oder minder wertvolle Ratschläge für das richtige Schlussmachen mit der Freundin geben, dann muss es sich nicht unbedingt um Schulabbrecher oder Früheinsteiger ins Hartz IV-Programm handeln. Rund 200 Zuschauer ließen sich beim inzwischen schon fünften Event des Ellertaler SPD-Kulturherbstes 2013 im Saal der Brauerei Reh begeistert vom Gegenteil überzeugen. Die Bamberger A-Capella-Boygroup „Assonanz“ sang sich mit ihrem aktuellen Programm in die Herzen und Lachgruben der Litzendorfer.
Zwischen Falsett und Blues
„Zapping – Abschalten könnt ihr woanders“ forderten die vier Bamberger Sängerknaben, ihr Publikum auf. Und das folgte den vier Studenten auf ihrer stimmgewaltigen Reise vor allem durchs Fernseh- und Kinoprogramm. „Melodien, die man immer wieder hört“, so „Assonanz“, standen dabei ganz oben auf der Zapping-Liste.
Mit poppigen Arrangements, ausgefeilten Choreographien und hervorragend auf einander abgestimmte Stimmen - von Flasett bis zum tiefen Blues – flimmerten die Erkennungsmelodien von „Löwenzahn“, „Lindenstraße“, „A-Team“, Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Shrek“ oder „Star Wars“ von der Bühne im alten Saal der Brauerei Reh. Und was ist ein so richtig gemütlicher Tag vor der Glotze ohne Werbung? Nichts! Und so machte Haribo Kinder mal nur vokalisch froh und Langnese schmeckte auch ohne Instrumente nach Sommer. Bei soviel Werbung konnte „Assonanz“ eigentlich nur noch vielstimmig intonieren: „Merci, dass es dich gibt!“
Mehrere Zugaben
Augenzwinkernd und mit einer gehörigen Portion Selbstironie erlaubten die vier Stimmwunder auch tiefe Einblicke in ihr Studentenleben, irgendwo so zwischen 14 Bier und dem Besuch der Mutti. „Wer um 12 Uhr mittags pennt, dass ist auch schon mal ein Student“ gaben die Hoch(schul)begabten offen zu.
Keine Überraschung konnte es daher sein, dass die erste Liebe, die mit Elvis Presleys „Love me tender“ angeschmachtet wurde, sich als Bierflasche entpuppte. Und wer als so als richtiges männliches, starkes Studenten-Alpha-Tier dann vor der Qual des Schlussmachens steht, der muss sich auch musikalisch zwischen einem Hollywood-Happy-End oder einem Bayern 3- und Arte-Drama-Schluss entscheiden. Das Publikum half den vier Stimmen aus Bamberg mit seiner Stimme – und empfahl natürlich die harte Tour.
Abschalten konnte und wollte an diesem stimmungsvollen Abend keiner. Das vokalische Zapping wurde mit mehreren Zugaben in Lohndorf belohnt. SPD-Ratsfrau Susanne Bonora war genauso begeistert wie das Publikum: „Das war genau die richtige Aufmunterung für diese trübe Jahreszeit!“
Thomas Pregl